Académie sans toit

texte français

01 HINTERGRUND der Akademie ohne Dach ist die Tendenz, Bildung und Wissen zu ökonomisieren und als privates Eigentum zu behandeln. Im Institutionellen Rahmen zwingt der Umbauprozeß von der konservativen Akademie zur flexiblen academy.com dazu, die Freiräume alternativer, unabhängiger Wissensproduktion neu zu definieren. Wir müssen freie und unabhängige Information selber herstellen und verteilen, ebenso wie selbstbestimmte Wissensaneignung in eigenen Projekten und Selbst-Institutionen realisieren.

02 DIE AKADEMIE OHNE DACH entsteht an drei Tagen im öffentlichen Raum in Paris. Mit Diskussionen, informellen Gesprächen, Vorträgen und Präsentationen werden wir verschiedene öffentliche Orte einnehmen und in eine temporäre kommunikative Zone verwandeln.

03 DIE ARBEITSGRUPPE, aus der sich die Akademie ohne Dach zusammensetzt, besteht aus StudentInnen der verschiedenen Pariser (Kunst-)Universitäten. Ohne uns zu kennen, kommen wir an einem verabredeten Ort zu einer festgelegten Zeit aus den verschiedensten Zusammenhängen zusammen und diskutieren solange es uns gefällt.

04 DIE ORTE, die temporär eingenommen werden, sind öffentlich zugänglich. Die Einwohner der Stadt sind dort geduldet, solange sie sich an die formulierten oder unformulierten Regeln halten. Mittels der Akademie ohne Dach untersuchen wir, welcher nicht-formulierte „Nutzen“ diesen Orten eingeschrieben ist und machen diesen öffentlich. Wir transformieren Orte öffentlichen Transportes in ein Colloquium und Orte des Konsums in eine Konferenz.

05 DIE GÄSTE, die als Ideengeber zu den Diskussionen eingeladen werden, sind Personen und Gruppen, die sich im weitesten Sinne mit Kunst beschäftigen und Kunst als Werkzeugkasten für soziale Veränderung sehen. Unabhängige Produzenten von Wissen, die eigene Strukturen und Selbst-Institutionen etabliert haben, sprechen in einem nicht akademischen oder institutionellen Raum, quasi auf der Straße, ähnlich den Teach-ins der Antikriegsbewegungen oder der Studentenstreiks, über ihre Praxis. Die Akademie ohne Dach konstituiert temporäre Ort alternativer Wissensproduktion, an dem Freunde von Freunden und deren Bekannte ohne institutionelles Referenzsystem zusammenarbeiten, sich austauschen und ein informelles Netzwerk schaffen.

06 DIE THEMEN, entwickeln sich entlang der Interessen und Vorschläge der Teilnehmenden und Gäste, in einer offenen Form von Austausch Wie werden sich unsere Themen, der Diskurs, die Gesprächsstruktur verändern, wenn sie in einer gewissermaßen prekären Situation stattfinden? Schaffen die Unterbrechungen, Störungen und der Lärm eine produktive Gesprächssituation?

07 DIE ÖFFENTLICHKEIT ist nicht das Gegenüber der Akademie ohne Dach, die bereits ohne Zuschauer und Konsumenten als spontane Arbeitsgruppe funktioniert. Sie benutzt den öffentlichen Raum nicht als Sprachrohr, sondern als Plattform. Sie interveniert in die spezifische Architektur und die Bewegung der Menschen darin: Die Akademie ohne Dach veröffentlicht den Raum, den sie einnimmt Die Frage ist dann , wie wir die „Öffentlichkeit“ miteinbeziehen, wenn sie wiederum in unsere Intervention einschreitet.